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Notenerkennung verstehen und die Sache mit der Schräglage

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An dieser Stelle berich­ten wir in regel­mäßigen Abständen über aktuelle Themen rund um unsere Pro­dukte und geben Tipps zur Arbeit mit SmartScore 64 NE und EarMaster. Ab und zu vor­bei­zu­schauen lohnt sich also.
 
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SmartScore allgemein und Tipps (31.10.2024)

Notenerkennung verstehen und die Sache mit der Schräglage

Die optische Musik­erkennung (OMR, engl. Optical Music Recog­nition), bei der aus grafi­schen Noten­vor­lagen (Noten­scans, PDF-Noten) wieder eine bear­beit­bare und abspiel­bare Musik­notation am Computer entsteht, ist eine höchst komplexe Techno­logie. Sie ist im Ver­gleich zur reinen OCR-Text­erkennung (engl. Optical Character Recog­nition) so­gar um ein Viel­faches komplexer. Während das geschrie­bene Wort in der Regel ein recht ein­faches Kon­strukt dar­stellt – bestehend aus einer ein­dimen­sio­nalen Anein­ander­reihung von Text­zeichen – ist notierte Musik bekannt­lich ein weitaus viel­schichti­geres, weil mehr­dimensio­nales Gebilde:

Erschwerend bei der optischen Musik­er­kennung kommt hinzu, dass es im Hin­blick auf die ver­wen­deten Noten­zeichen nicht wirk­lich einen ein­heit­lichen Stan­dard gibt. Musik­verlage ver­wenden für ihre Aus­gaben unter­schied­lichste Musik­zeichen­sätze. Es gibt Jazz- und Real Book-Zeichen­sätze, die dia­metral anders als z. B. eine klassische Schubert-Gesamt­ausgabe daher­kommen. Ältere Musik­drucke haben ein ganz anderes Er­scheinungs­bild als moderne Verlags­aus­gaben.

Die Liste der Faktoren, die einen Ein­fluss auf die Noten­erkennung haben, ließe sich unend­lich fort­führen: Dichte und Voll­ständig­keit des Noten­bildes, Schwarz-Weiß-Kontrast und Qualität der Original­noten­vorlage, gewählte Bild­auflösung (dpi) beim Scannen, mög­licher Licht­ein­fall auf die optische Scanner­einheit et cetera pp.

Vor diesem Hinter­grund kann man gut nach­voll­ziehen, wie sehr ein Noten­erken­nungs­algo­rithmus "ins Schwitzen geraten" kann, wenn es um die Um­setzung komplexer Musik­nota­tionen geht. Und umso beacht­licher ist, was ein Programm wie SmartScore 64 NE heut­zu­tage bei der optischen Musik­erkennung zu leisten imstande ist.

 
Die wesentlichen Elemente bei der Notenerkennung

Eine Note­nerkennung ist immer "nur" ein optischer Prozess. Daher auch der Name "optische Musik­erkennung" (OMR). Musi­kalische und/oder notations­tech­nische Kri­terien spielen bei der Um­wand­lung eines Noten­scans oder einer Noten-PDF keine oder nur eine unter­geord­nete Rolle. Ob eine als Ton "F" erkannte Note richtig oder falsch ist, kann SmartScore nicht wissen. Ob eine erkannte Viertel­note im Kontext mit der Folge­note einen Aug­menta­tions­punkt benötigt oder nicht, ist SmartScore im Moment der Noten­erken­nung "quasi egal". Das Programm filtert und inter­pre­tiert stets nur gra­fische Infor­ma­tionen aus der Bild­vor­lage und trifft dann die Ent­schei­dung, um welches Notations­symbol es sich handelt. Zum Glück gelingt dies SmartScore nach 30jähriger Ent­wick­lungs­ge­schichte in­zwischen ganz hervor­ragend :-)

Damit SmartScore aber alle seine Fähig­keiten und Stärken bei der Noten­erken­nung aus­spielen kann, müssen die Noten­vor­lagen bestimmte Mindest­voraus­setzungen erfüllen. Anders geht es nicht. Trotz aller fort­schritt­lichen Algo­rithmen und künst­licher Intelli­genz an Bord ist SmartScore nämlich ein Stück weit wie wir: Es mag Noten, die gut lesbar sind! Und ganz wesent­liche Ele­mente bei der optischen Musik­erken­nung, die darüber ent­scheiden, ob eine Noten­seite für SmartScore gut les­bar, gut inter­pre­tier­bar und damit gut erkenn­bar ist, sind Linien.


Notenlinien, Takt­striche und Noten­hälse sind die Basis einer erfolg­reichen Noten­erkennung
 

  • Notenlinien, Notensysteme: bilden das Funda­ment einer Musik­notation und das Tonhöhen­gerüst.
  • Taktstriche: verbinden Noten­linien zu einem Noten­system, Systeme zu Akkoladen und teilen die Musik in metrische Einheiten ein.
  • Notenhälse (mit oder ohne Fähnchen oder Balken): definieren in Verbin­dung zum geschwärzten oder hohlen Noten­kopf den rhyhtmi­schen Notenwert.

Da sind sie, die Grund­pfeiler einer jeden Musik­notation: Ton­höhe, Ton­dauer, Rhythmus und Metrum. Und all diese Grund­pfeiler basieren bei der optischen Musik­erken­nung auf einem grafischen Ele­ment, das so unschein­bar wirkt: der Linie. Wer hätte das gedacht?

 
Aber meine Notenseiten sehen doch "tipptopp" aus

Unser Support-Team erreichen gele­gent­lich Noten­scans und Vor­lagen von Anwende­rinnen und Anwendern, die prinzi­piell alle Vor­gaben für eine sehr gute Noten­erken­nung erfüllen, dennoch aber ein wenig erfreu­liches Erken­nungs­ergebnis liefern. Was ist da los?

Kurz und knapp: die Noten­seiten sind schief.

Wir erinnern an das bisher Gesagte. Noten­erken­nung bedeutet stets die rein optische Aus­wer­tung einer grafischen Noten­vor­lage (Noten­scans, PDF-Noten). Die Les­bar­keit von Linien­elementen inner­halb einer Noten­vorlage (Noten­linien, Takt­striche, Noten­hälse) ist dabei wesent­liche Voraus­setzung für eine gute Noten­erken­nung in SmartScore. Sind Noten­seiten nun schief, laufen Linien aus einem Raster, das SmartScore während des Erkennungs­vor­gangs für uns unsicht­bar über die Noten­seiten legt. Je größer die "Schräg­lage" der Noten­seite ist, desto eher sind Noten­linien, Takt­striche und Noten­hälse nicht mehr mit diesem Hori­zontal‑/Vertikal­raster in Ein­klang zu bringen. Und damit beginnen die Probleme bei der Noten­erken­nung, was leicht nach­vollzieh­bar sein dürfte.


Vereinfachte Darstellung: Linienelemente laufen aus dem Erkennungsraster

 
Was ist zu tun?

Will man Schwierig­keiten bei der Noten­erken­nung von Anfang an mög­lichst ver­meiden, sollte man grund­sätzlich nach dem Scannen oder nach dem Import einer Noten-PDF zuerst einmal prüfen, ob die Noten­seiten möglichst gerade aus­ge­richtet sind oder ob even­tuell eine deutliche "Schieflage" vor­liegt. Wenn dem so ist, sollte man ein­greifen. Im Hin­blick auf die Noten­erken­nung lohnt sich dies allemal. Da SmartScore das einzige Noten­erken­nungs­programm ist, das mit dem Bilde­ditor auch ein Tool zur Bild­bear­beitung ent­hält, ist man für diesen Arbeits­schritt gleich bestens gerüstet.

 
Notenseiten im SmartScore-Bildeditor öffnen

  • Extern gescannte Seiten (TIF/PDF-Datei): Rufe den Menü­befehl Datei > Öffnen auf und wähle eine TIF- bzw. PDF-Datei. Die Noten­vor­lagen werden direkt im Bild­editor geöffnet.
  • Nach dem Scannen in SmartScore: Nach dem Scannen der letzten Seite erscheint in SmartScore ein kleines Aus­wahl­fenster, mit dem du den nächsten Bear­beitungs­schritt aus­wählst. Klicke hier auf "Noten im Bildeditor öffnen".
    Auswahl nach dem Scannen: Noten im Bildeditor öffnen
  • Nach dem Import einer Noten-PDF in das Fenster "Noten­erkennung": Im Anschluss an die Kon­ver­tierung (PDF-zu-TIF) wirst du gefragt, ob du die Noten­seiten im SmartScore-Bild­editor öffnen möchtest. Klicke hier auf "Ja".
    Auswahl nach dem Import einer PDF in das Fenster Notenerkennung

 
Notenseiten begradigen

Notenseiten zu begra­digen klingt kompli­ziert, ist es im SmartScore-Bilde­ditor aber nicht. In der im Bilde­ditor oben ange­brachten Tool­leiste findest du ein speziell für diese Auf­gaben­stel­lung ent­wickeltes Werk­zeug, mit dem das Begra­digen von Noten­seiten geradezu ein Kinder­spiel ist. Gemeint ist das Tool zur Schräg­lagen­korrektur. Und so funktioniert es:


 
Animation: Notenseiten im SmartScore-Bildeditor begradigen

 

  • Klicke in der Bildeditor-Tool­leiste auf die Taste Schräg­lagen­korrektur.
  • Klicke und ziehe mit dem Maus­zeiger, der nun die Form eines Kreuzes ange­nommen hat, eine hori­zontale Linie ent­lang einer (schiefen) Noten­system­linie.
  • Sobald diese rote Linie mög­lichst parallel (am besten deckungs­gleich) mit dem "schiefen" Noten­system ist, lässt du die Maus­taste los. SmartScore berechnet nun die "Verdrehung" der Seite und richtet diese gerade aus.
  • Nutze bei mehr­seitigen Noten­doku­menten die Tasten Nächste Seite und Vorherige Seite, um alle ent­hal­tenen Seiten im Hin­blick auf "Schieflagen" zu über­prüfen.

Nochmals und weil es so wichtig ist: Schief gescannte Noten oder allgemein Noten­bilder, die nicht mög­lichst gerade aus­ge­richtet sind, stellen die Haupt­ursache für eine weniger gute Noten­erken­nung dar. Es empfiehlt sich daher immer, die Noten­seiten vor der Erken­nung im Bilde­ditor dahin­gehend zu prüfen und ggf. Korrek­turen vor­zu­nehmen. Das spart nicht nur Zeit, sondern viel­leicht auch das eine oder andere Ärgernis.

 
Einfach mal ausprobieren!
Na denn, bis dann :-)

TIPPS …

 
Eine erfolg­reiche Noten­erken­nung beginnt bereits beim Scannen. Wenn du also deine gedruckten Noten scannst, dann achte gleich von der ersten Seite an darauf, diese mög­lichst gerade in den Scanner ein­zu­legen.
 
Falls du deine Scans oder impor­tierten Noten­vor­lagen noch vor dem Erkennungs­vorgang opti­mieren willst oder musst, nutze dafür die zahl­reichen Tools des SmartScore-Bildeditors. Was alles mög­lich ist und wobei dir der Bilde­ditor helfen kann, erfährst du in der SmartScore-Online-Hilfe und dort in einem eigenen Kapitel Bildbearbeitung.

 
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